Paulikocht

Interview mit Anja „Pauli“ Licht, PAULIKOCHT GmbH

Wer bist du und was machst du? Stell dich bitte kurz vor!
Mein Name ist Anja Licht (Spitzname Pauli, kommt durch meinen Mädchennamen „Paulus“). Ich bin die Gründerin von PAULIKOCHT. Bedingt durch meine eigene Kuhmilchallergie und Diätgeschichte und meiner dadurch entstandenen Passion für „Mealprep“ (Vorkochen) entstand auf meinem Instagramaccount irgendwann die Idee bzw. der Bedarf nach Mealprep aus meiner Community heraus. Nach einem Jahr Vorbereitungs- und „Bedenk“-zeit kündigte ich meinen Job als Führungskraft im sozialen Bereich (ich bin eigentlich Dipl. Sozialpädagogin und systemischer Coach) und gründete als komplette Quereinsteigerin das Food-Startup PAULIKOCHT.

Was möchtest du mit deinem Unternehmen erreichen? Welches Problem löst dein Unternehmen? Das PAULIKOCHT „EINFACH MAHL“ erleichtert individuelle Ernährungsstile und das Durchhalten von Diätplänen zu jeder Zeit an jedem Ort. PAULIKOCHT entwickelt vorgekochtes, leicht transportables und ungekühlt haltbares „Mealprep“ (vorgekochtes Essen), das man an jedem Ort, zu jeder Zeit kalt und warm genießen kann. Es ist nachhaltig im Glas verpackt und so auch unterwegs wieder verschließbar. Alle (Haupt-) Gerichte sind generell zuckerfrei, laktosefrei, kalorienarm und ohne Zusatz von Kohlenhydraten, damit jeder selbst entscheiden kann, ob überhaupt und wenn, welche Beilagen in seinen eigenen Ernährungsplan passen. Auch unsere Frühstücksvarianten, wie z.B. unsere Kuchen oder unsere Protein Pudding Oats sind anstatt mit Zucker mit Erythrit gesüßt und eignen sich als ungekühlt haltbares Mealprep für die Büroschublade genauso wie für den Wanderrucksack oder das Handschuhfach.

Bei einer Gründung läuft nicht immer alles glatt. Mit welchen Hindernissen hattest du zu kämpfen und wie hast du sie überwunden?
Startup ist wie eine Achterbahnfahrt. Es geht hoch und runter und besonders die scharfen Kurven und Loopings kommen unangekündigt. Glatt und nach Plan läuft es doch eigentlich nie. Mein größtes Hindernis war es wohl eine geeignete Produktion in Deutschland zu finden, die das EINFACH MAHL so herstellen konnte, wie ich es haben wollte. Das hat ungefähr vier Jahre länger gedauert, als vorerst gedacht. Nach sechs Produktionswechseln seit 2017 waren wir erst 2020 während dem ersten Lockdown soweit, dass mein Eigenprodukt auch endlich in meinen eigenen Laden, der eigentlich unbeabsichtigt durch einen Startup-Wettbewerb entstanden ist, gelauncht werden konnte und auch in meinem Onlineshop erhältlich ist.
Das zweite große Hindernis war die Finanzierung. Food wird in Deutschland leider äußerst ungern unterstützt und weibliche Einzelgründerinnen scheinen gleich nochmal ein Argument gegen eine Finanzierung zu sein. Meine Erfahrung aus Gesprächen mit jeder Menge Banken, Beteiligungsgesellschaften, Investoren-Netzwerken und Business Angels ist: Man sollte sich die Zeit geben, um eine Finanzierungsmöglichkeit zu finden, die zu einem passt und mit der man sich selbst und seine Idee nicht aufgeben muss. Der Stress lohnt sich sonst einfach nicht. Nicht, dass ich eine Wahl gehabt hätte – aber die ersten Jahre lief alles aus meinem Ersparten und über die drei F: Friends, Family and Fools :-)

Worin besteht dein besonderer Erfolg? 
Unser Erfolg lässt sich für uns in mehreren Bereichen feststellen: Wir haben eine wahnsinnig treue Community auf Instagram und sind dankbar für alle, die unsere Startupjourney schon so viele Jahre begleiten und uns durch alle Tiefpunkte und Challenges getragen haben. Unser Produkt ist endlich so auf dem Markt wie ich es immer haben wollte und bekommt „einfach mahl“ richtig gutes Feedback von unseren Kunden, was bei Essen ja auch nicht selbstverständlich ist, denn Geschmäcker sind ja nun mal verschieden. Der Laden in Augsburg hat sich innerhalb kürzester Zeit und dazu noch während der Pandemie zu einem Geheimtipp mit eigenem Kaffeegarten und auch als mega Veranstaltungslocation entwickelt. Das liegt nicht nur am sehr speziellen Sortiment, das mit Liebe ausgewählt ist, sondern auch daran, dass wir unheimlich viel Wert auf gute Beratung und Kundennähe legen.

Tipps und Tricks – folgendes würde ich anderen (angehenden) Gründerinnen und Gründern empfehlen.
Gründen ist ein TUN-Wort. Man muss es machen! Verkopft Euch nicht zu sehr in jahrelanger Detailplanung, legt lieber viel Wert auf Leidenschaft, Herz und kreatives Vorangehen, wenn es anders kommt als ihr es euch vorgestellt habt (und das WIRD passieren!). Und dann ist die Devise: Durchhalten! Nicht zu schnell aufgeben. Fokussieren, Priorisieren und auf die Kernkompetenz konzentrieren. Natürlich sind immer viel zu wenige Hände und Stunden für viel zu viele Aufgaben da – deshalb: überlegt Euch was das Wichtigste ist, um diesen Tag zu überleben. Wir Deutschen sind unheimlich schlecht im „verlieren und scheitern“. Schon ab dem Kindergarten lernen wir, dass Fehler und Scheitern schlecht sind. GründerInnen müssen dringend an ihrem eigenen Mindset arbeiten:  Wenn Du mit einer Sache scheiterst, dann bist Du nicht gescheitert, sondern GESCHEITER!

Kontakt:
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https://www.paulikocht.com/